Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig

Plastische und Rekonstruktive Chirurgie am Uniklinikum Leipzig

Die Rekonstruktive Chirurgie wird notwendig, wenn Form und Funktion des Körpers wiederhergestellt (rekonstruiert) werden müssen. In der Regel ist dies nach einem Unfall, einer Krebsoperation oder bei angeborenen Fehlbildungen der Fall. Plastisch-rekonstruktive Chirurgen korrigieren Haut und Weichteile, Muskeln, Sehnen und periphere Nerven sowie Knochen und Knorpel. Sie stellen Funktionen an den Gliedmaßen wieder her, ebenso wie die Mimik im Gesicht.

Auch abgetrennte Gliedmaßen können wieder erfolgreich angenäht werden, etwa nach Unfällen oder Krebserkrankungen. Mit Hilfe des Mikroskops und extrem kleinen Instrumenten kann der Chirurg sogar einzelne Nervenfasern wieder reparieren. Gerissene Nervenstränge lassen sich auch noch lange Zeit nach einem Unfall wieder zusammennähen und können sich dann langsam nachbilden. So können selbst Lähmungen und Sensibilitätsverluste oft mikrochirurgisch oder mit so genannten Ersatzoperationen noch erfolgreich therapiert werden.

Rekonstruktion Gesicht / Kopf / Hals

Nase Grund für rekonstruktive Eingriffe im Kopf- und Halsbereich sind meist Krebserkrankungen, Unfälle oder angeborene Fehlbildungen. Gerade letztere können sehr unterschiedliche Ausdrucksformen haben: Blutschwämme und Wucherungen des Lymphsystems, Muttermale, Funktionsstörungen an den Augenlidern, Fehlbildungen an den Ohren, der Nase, den Lippen. Komplizierte Fehlbildungen, die Knochen und Weichteile betreffen, erfordern oft mehrere operative Maßnahmen.

Um den meist jungen Patienten die Integration in ein normales soziales Umfeld zu ermöglichen, sollten die Eingriffe nicht zu spät vorgenommen werden. Ausgereifte und standardisierte Operationsverfahren ermöglichen es, die wichtigen Korrekturen bereits in den ersten Lebensmonaten vorzunehmen. Aber auch bei älteren Kindern und Jugendlichen sind Korrekturen zur Verbesserung des Aussehens und der Funktion möglich.

Rekonstruktion Brust- und Bauchwand

Die weibliche Brust nimmt ab der Pubertät infolge der Hormonumstellungen an Größe zu. Geringe Unterschiede der weiblichen Brust in Größe und Form treten nahezu bei jeder Frau auf und werden zumeist nicht bemerkt. Ausgeprägte Unterschiede allerdings können neben funktionalen Aspekten (z. B. Stillfähigkeit) durchaus auch als ästhetisch störend empfunden werden.

Brustfehlbildungen haben unterschiedliche Ausprägungen. Zum einen können die Brustdrüse, die Brustwarze oder der Warzenhof vollkommen fehlen. Zum anderen können eine überzählige Brustwarze oder überschüssiges Brustdrüsengewebe auftreten (in dem sich gehäuft gut- und bösartige Tumoren bilden können). Darüber hinaus ist eine starke Asymmetrie der Brüste, hervorgerufen durch Veränderungen im Hormonhaushalt, Alter oder Schwangerschaft, ein ausreichender Grund für eine Korrektur. Brustfehlbildungen können auch auf Unfälle, chirurgische Eingriffe oder Krebserkrankungen zurückzuführen sein.

Vielfältige Möglichkeiten durch Implantate und Eigengewebe

Die Behandlung der Fehlbildungen ist sehr individuell. Überschüssiges Gewebe kann operativ entfernt werden. Bei zu kleinen oder fehlgebildeten Brüsten kommen entweder Fremdmaterialien zum Einsatz (Silikon- oder Kochsalzimplantate) oder körpereigenes Gewebe (z. B. Rückenmuskel oder Haut-Fettgewebslappen aus dem Unterbauch). Im Falle einer Asymmetrie kann entsprechend jeweils eine Brust verkleinert oder vergrößert werden. Um den Brustwarzen-Vorhof-Komplex zu rekonstruieren werden Gewebelappen sowie Hautverpflanzungen vorgenommen. In Einzelfällen kommt auch eine Tätowierung in Frage. Um der so genannten Trichterbrust (muldenförmige Einziehung des Brustbeins bei starker Einengung der Brustorgane) entgegen zu wirken, kann das Brustbein operativ aufgerichtet werden.

Brustrekonstruktion

Brust Der Begriff „Brustrekonstruktion" beschreibt die plastische Wiederherstellung einer amputierten weiblichen Brust. Mit Hilfe von körpereigenem Gewebe oder einem künstlichen Implantat wird dabei die ursprüngliche Brustform mitsamt Brustwarze nachempfunden.

Brustkrebs und die Entfernung der kranken Brust sind die Hauptgründe für eine Brustrekonstruktion. Aber auch angeborene Fehlbildungen oder die vorsorgliche Entfernung der Brustdrüse bei einem genetisch erhöhten Brustkrebsrisiko können Grund für eine Brustrekonstruktion sein.

DIEP, TRAM, S-GAP, I-GAP, Implantat - die Liste der Methoden zur Brustrekonstruktion ist lang und für Laien oft verwirrend. Jedes Verfahren hat seine Vor- und leider auch Nachteile. Maßgeblich hängt es von den körperlichen Gegebenheiten der Patientin ab, welcher Eingriff bei ihr ideale Ergebnisse erzielen wird. Die aufwendigen Eigengewebsrekonstruktionen führen jedoch in der Regel zu natürlicheren und dauerhafteren Ergebnisse als der Einsatz von Implantaten.

Rekonstruktion der Extremitäten

Ein abgetrennter Daumen, ein durchtrennter Arm oder Oberschenkel - noch vor Jahrzehnten bedeuteten abgetrennte Extremitäten eine lebenslange Behinderung des Bewegungs- und Greifapparats. Auch nach Krebserkrankungen an Arm oder Bein drohte ein ähnliches Schicksal. Dank modernster Mikrochirurgie können Extremitäten heute in vielen Fällen wieder an den Körper transplantiert werden.

 
Letzte Änderung: 25.07.2014, 13:02 Uhr
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