Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig

Hemischlittenprothesen am Kniegelenk

Plus Symbol Eine Sonderform der Knieendoprothese stellt die Hemischlittenendoprothese dar. Andere Bezeichnungen sind Hemiarthroplastik oder Unischlitten. Dabei handelt es sich einen künstlichen Gelenkersatz, der je nach Lokalisation des Gelenkverschleißes entweder nur den inneren oder äußeren Gelenkanteil betrifft. Häufig liegt bei der Gonarthrose im Wesentlichen nur ein Verschleiß der Innenseite des Kniegelenks vor, verbunden mit einer leichten O-Bein-Fehlstellung. In solchen Fällen kann die Hemischlittenendoprothese eine sinnvolle operative Behandlungsmethode sein. Seltener tritt die Arthrose des Kniegelenks hingegen isoliert im äußeren Gelenkanteil auf. Dann geht sie in der Regel mit einer X-Bein-Fehlstellung einher. Beim künstlichen Ersatz der Innen- oder Außenseite des Kniegelenks bleibt die jeweils andere Gelenkhälfte unangetastet. Dies hat den Vorteil, dass der nicht arthrotisch veränderte Teil des Kniegelenks erhalten werden kann. Des Weiteren können vor allem alle wichtigen Bandstrukturen, die zur Stabilisierung des Kniegelenks notwendig sind, erhalten werden. Somit resultiert nach der Operation ein nahezu unveränderter Bewegungsablauf im Kniegelenk, der wesentlich durch die intakten Kreuzbänder und Seitenbänder bestimmt wird. Weitere Vorteile sind eine im Vergleich zur Knietotalendoprothese einfachere Operationsmethode verbunden mit einem geringeren Operationstrauma, einem kürzeren Hautschnitt sowie einer kürzeren OP-Zeit. Die um die Operation möglicherweise auftretenden Komplikationen und die Dauer des Krankenhausaufenthalts sind nachweislich reduziert. Plus Symbol Die Dauerhaltbarkeit der Hemischlittenendoprothese ist im Vergleich zur Totalendoprothese etwas geringer, aber immer noch gut. Im Durchschnitt beträgt die „Standzeit" nach 10 Jahren >90%. In seltenen Fällen muss eine frühe Revisionsoperation mit Ersatz der Hemischlittenendoprothese durchgeführt werden. Gründe dafür können zum einen die fortschreitende Verschleißerkrankung im nicht ersetzten Gelenkanteil oder anhaltende Schmerzzustände und zum anderen Implantatlockerungen oder Gelenkinfektionen sein. In aller Regel ist dann der Wechsel auf eine Knietotalendoprtothese sinnvoll.
 
Letzte Änderung: 11.03.2015, 13:39 Uhr
Zurück zum Seitenanfang springen
Zurück zum Seitenanfang springen
Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie