Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig

Das Hüftgelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körper. Eine arthroskopische Versorgung war viele Jahre nicht möglich. Aus diesem Grund wurden krankhafte Prozesse am Hüftgelenk nicht erkannt bzw. konnten nur durch große operative Eingriffe behandelt werden.

Durch die Einführung der Arthroskopie am Hüftgelenk und den damit verbundenen minimal invasiven Techniken, ist ein Weichteil schonendes Vorgehen möglich. Hieraus resultiert eine schnelle und schmerzarme Mobilisation.

Geeignet ist die Hüft-Arthroskopie vor allem bei:

  • Schädigungen der Gelenklippe (Labrum)
  • Knorpelschäden
  • Einklemmungen (FAI)
  • freie Gelenkkörper
  • Riss des Kopfbandes
  • leichte Arthrose
  • unklare Hüftschmerzen

Was passiert bei der Operation?

Um eine Arthroskopie des Hüftgelenkes durchzuführen, muss zunächst der Hüftkopf in der Hüftpfanne schonend um etwa 1 cm herausgehoben werden. Über kleine Hautschnitte (3-4) von etwa 1 cm Länge werden die hochauflösende Kamera sowie Instrumente in das Gelenk eingeführt. Die sich jetzt zeigenden krankhaften Prozesse im und um das Gelenk können nun sofort behandelt werden.

Risse der Gelenklippe (Labrumläsionen)

Auch kleine Verletzungen der Gelenklippe (Labrum) können Schmerzen im Hüftgelenk verursachen und entsprechende Einklemmungen auslösen.  Durch die Arthroskopie ist es möglich, Risse am Labrum zu Nähen und somit erneut stabile Verhältnisse zu schaffen.

Knorpelschäden

Im Bereich des Hüftgelenkes verhält es sich mit den Schädigungen am Knorpel ähnlich den Schädigungen am Knie. Aus diesem Grund stehen uns sämtliche Verfahren aus der Kniearthroskopie bereit. Begonnen mit einer Abtragung von erkranktem Knorpel (Abrasion) bis hin zu Knorpelersatzverfahren (Chondropics, AMIC) stehen sämtliche Verfahren zur Verfügung.

Femoroacetabuläres Impingement (FAI)

Das FAI ist eine der häufigsten Indikationen zur Hüftgelenksspiegelung. Hierbei handelt es sich um einen meist angeborenen Fehler des Hüftkopfes bzw. der Hüftpfanne. Hierdurch kommt es zu einem schmerzhaften Einklemmen im Bereich der Hüfte, insbesondere bei längerem Sitzen wie z.B. Autofahren.  Durch das wiederholte Einklemmen kommt kann es zu einer sekundären Schädigung von Gelenklippe (Labrum) sowie dem Knorpel kommen. Hieraus resultiert bereits in frühen Jahren eine Hüftgelenksarthrose in deren Folge eine Hüftprothese eingesetzt werden muss. Durch die Hüftgelenk-Arthroskopie ist es möglich, die Ursachen der Einklemmung frühzeitig zu behandeln, Schmerzen zu lindern und den rapiden Gelenksverschleiß zu verhindern.


Diagnostik bei Hüftschmerzen:

Röntgen: Beckenübersicht, Betroffenes Gelenk in 2 Ebenen

MRT nur der betroffenen Hüfte wenn möglich als 3 Tesla MRT oder als direktes Arthro MRT mit Kontrastmittel.

 
Letzte Änderung: 04.12.2015, 08:43 Uhr
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