Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig

Kinderorthopädie am Uniklinikum Leipzig

Welche Krankheitsbilder werden kinderorthopädisch behandelt?

  • angeborene Deformitäten wie Klumpfuß und weitere Fußdeformitäten, Luxationshüften, Skoliosen, Trichter-/Kielbrust, Myelomeningocele
  • genetisch bedingte Anomalien/Syndrome wie Arthrogrypose, Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit), Ekchondromatose
  • Kinder mit Infantiler Zerebralparese und zentralen Koordinationsstörungen z.B. nach frühkindlichem Hirnschaden
  • Tumoren des Muskel- und Skelettsystemes wie z.B. Ewing-Sarkom, Osteosarkom, Enchondrom, Ekchondrom usw.
  • rheumatische Erkrankungen des Kindesalters
  • aseptische Knochenenkrosen wie Mb. Perthes, Mb. Osgood-Schlatter, die Osteochondrosis dissecans
  • hormonell bedingte Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z.B. die Epiphysiolysis capitis femoris oder die begleitende Betreuung von Patienten mit Minderwuchs
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Überlastungssyndrome
  • Säuglingsuntersuchungen wie z.B. der Säuglingshüftultraschall

Welche Behandlungsmethoden/Operationsverfahren werden angewandt?

Beispielgebend sollen einige grundsätzliche Behandlungsmethoden der häufigsten Krankheitsbilder kurz erläutert werden:

Behandlung des Klumpfußes:

Hierbei werden so früh als möglich (wenn möglich noch am Tag der Geburt) Redressionsgipse eingesetzt. Dies bedeutet, dem Neugeborenen werden korrigierende Gipsverbände angelegt, welche den Fuß in seine richtige Form bringen sollen.

Die so nicht zu behebenden Teile der insgesamt sehr komplexen Fußdeformität werden später operativ korrigiert. Nach der Operation macht sich für einen weiteren Zeitraum die Nutzung von Schienen notwendig.

  Klumpfuß   
     
   Klumpfuß2   
     
   Klumpfuß3
Klumpfuß   
klinisches Bild vor der OP   
klinisches Bild nach OP

Behandlung der Luxationshüfte:

Nach möglichst frühzeitiger Diagnosestellung einer Hüftgelenksluxation im Rahmen der vorgeschriebenen Säuglings-Hüftsonographie (Bestandteil der U3-Untersuchung) sollte unmittelbar die Therapie begonnen werden. Ziel hierbei ist eine bessere Einstellung des noch unreifen Hüftgelenkskopfes in die Pfanne zu erreichen. Man versucht dies primär durch Anlage von sogenannten "Overhead-Extensionen" zu erreichen, welche über mehrere Wochen verbleiben müssen.

Bei guter Nachreifung des Hüftgelenkes schließt sich die Versorgung mit einem Becken-Bein-Gips an, welcher die gute Hüftgelenksstellung sichern soll, bis stabile Verhältnisse am kindlichen Hüftgelenk herrschen. Sollte sich mittels der genannten konservativen Therapiemethoden keine ausreichende Korrektur ergeben muss ein operatives Vorgehen gewählt werden.


Hüftluxation2      Overhead-Extensions      Hüftluxation
Hüftgelenksluxation im Röntgenbild
  Kind in "Overhead-Extension"    Röntgenbefund nach OP

Behandlung der Epiphysiolyse:

Sollte bei ihrem Kind eine sogenannte Epiphylsiolysis capitis femoris festgestellt worden sein, so ist eine schnelles operatives Vorgehen notwendig. Bei der angesprochenen Erkrankung löst sich ein Teil des Oberschenkelkopfes in der Wachstumszone vom restlichen Knochen und verrutscht. Somit besteht die Gefahr einer Minderdurchblutung und des Absterbens dieses Knochenteiles. Ziel der hier ausschließlich operativ möglichen Therpaie ist die Stabilisierung mittels einer Schraube.


Epiphysiodese    Epiphysiodese2
Epiphysiolyse im Röntgenbild    Epiphysiolyse
Röntgenbefund nach der OP

Weitere Behandlungs- und Operationsmethoden

Neben diesen sehr häufig anzutreffenden Krankheitsbildern werden in der Kinderorthopädie weitgehend alle kinderorthopädisch relevanten Erkrankungen operativ und konservativ behandelt. Hierunter zählen beispielsweise korrigierende Eingriffe bei Fehlstellungen (Korrektur von X-Beinen) oder anatomischen Anomalien (Korrektur der Trichter- und Kielbrust; Korrektur bei Hexadaktylie usw.).


X-Beine     Kielbrust
X-Beine   Kielbrust
   
6 Zehen   Morbus Perthes
Hexadaktylie - sechs Zehen   Morbus Perthes

Außerdem wird das gesamte Spektrum der tumororthopädischen Operationen auch in Zusammenarbeit mit den Kollegen anderer Fachgebiete angeboten. Hervorzuheben ist weiterhin die Möglichkeit der operativen Korrektur ausgeprägter Wirbelsäulenfehlstellungen (Skoliosen), wobei hier jeweils im Einzelfall zu prüfen ist, inwieweit eine operative Korrektur einen Benefit für die Patienten bedeutet. Zu erwähnen ist die konservative und operative Behandlung der Folgen der infantilen Zerebralparese, inklusive Botulinumtoxin-Infiltrationen.

Eine umfassende Darstellung aller angebotener Therapieformen ist hier nicht möglich. Die Festlegung eines für Ihr Kind optimalen Behandlungskonzeptes Bedarf der ambulanten Vorstellung in unserer Kinderambulanz.

 
Letzte Änderung: 16.04.2015, 11:34 Uhr
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