Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig

Klinische Forschung der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie

Bereich Unfallchirurgie

Beckenchirurgie:

Azetabulumfrakturen
(Böhme, Hammer, Özkurtul)

Stichwörter: Acetabulum, Acetabulumfrakturen, Azetabulum, Azetabulumfrakturen, Bänder, Biomechanik, Finite Elemente Methode, Ganganalysen, Implantat, Materialprüfung, Materialtestung, Muskeln, optimierte (operative) Versorgung, traumatische und posttraumatische Instabilitäten

Das Azetabulum ist der knöcherne Teil des Hüftgelenks am Becken. Verkehrsunfälle oder Stürze aus großer Höhe können Ursache für Brüche des Azetabulum sein. Häufiger sind junge Menschen betroffen. Die Langzeitergebnisse der Behandlung von Azetabulumfrakturen stellen Patient und Therapeut nicht zufrieden.

Neben dem Verletzungsumfang und der Wiederherstellung der anatomischen Knochenverhältnisse beeinflussen weitere Faktoren die Ergebnisse: Alter, Geschlecht, Zeitpunkt der Operation und der Weichteilschaden an Bändern und Muskeln. Das Ausmaß des Eingriffs hängt sowohl von der Größe der Knochenfragmente, als auch von deren Lage ab. Selbst kleine Fragmente können zu großen Weichteilschäden führen, denn übliche operative Zugangswege sehen die Durchtrennung zahlreicher, das Hüftgelenk stabilisierender Muskeln, vor.

Die Weichteile stehen bisher kaum im Fokus der Wissenschaft. Deshalb beschäftigen wir uns mit der Form und Funktion der Weichteile im Zusammenspiel mit den Knochen des Azetabulums. Eine Funktionseinschränkung oder gar der Verlust der Muskel- und Bänderfunktion verändert die Biomechanik nachhaltig. Das Ziel, erneut belastungsstabile Verhältnisse zu schaffen (Primärstabilität), lässt sich derzeit mit weichteilschonenden Operationstechniken nicht sicherstellen.

Unfallbedingte Weichteilschäden sind daher schlecht von operativ hervorgerufenen Weichteilschäden zu trennen. Wir untersuchen, welche Auswirkung Knochenfragmente, Bänder, Muskeln und die Operationstechnik auf die Stabilität des Azetabulums haben. Unsere Forschung dient der Beurteilung von Verletzungsmustern, von Zugangswegen und von Implantaten.

Hinterer Beckenring
(Böhme, Steinke, Hammer, G. Schneider)

Stichwörter: Band, Bänder, Bandbeteiligung, Beckenringfrakturen, Biomechanik, Beckenring, Computersimulation, Finite Elemente Methode, Innervation, ISG-Syndrom, Kreuzdarmbeingelenk, Kreuzdarmbeingelenkssyndrom, optimierte (operative) Versorgung, osteoligamentäres Modell, tiefer Rückenschmerz, traumatische und posttraumatische Instabilitäten

Plastinat Dünnschnitt-Plastinat Hinterer Beckenring Die Bänder und die Innervation des hinteren Beckenrings sind bis heute unvollständig beschrieben. Grund dafür ist zum einen die schlechte Darstellbarkeit der Bänder in klinischer Bildgebung wie CT und MRT. Klassische Präparationstechniken vermögen nicht, insbesondere Bänder des Kreuzdarmbeingelenks (ISG) darzustellen. Schmerzsyndrome wie der tiefe Rückenschmerz oder das ISG-Syndrom sind in Bezug auf die Innervation noch immer unvollständig erforscht. In der aktuellen Klassifikation und Therapie von Beckenringfrakturen ist Versorgung der Bänder nicht vorgesehen.

Wir sehen in der mangelnden Berücksichtigung der Bänder und der Innervation die Ursache, dass trotz anatomischer Wiederherstellung des Knochens, Patienten dauerhaft beeinträchtigt bleiben. Auch aktuelle virtuelle biomechanische Simulationen verzichten, aufgrund der mangelnden Datenlage, auf die Bänder oder nutzen vereinfachte Modelle. Tatsächlich aber ist die Anatomie des hinteren Beckenrings viel komplizierter.

Unsere Untersuchungen am hinteren Beckenring zielen auf die Beschreibung der Form und Funktion der Bänder. Hieraus werden Modelle für virtuelle Computersimulationen mit der Finiten Elemente Methode (FEM) erstellt.

Beckenbänder Visualisierung Beckenbänder (Ansicht ventrolateral) Unsere um die Bänder erweiterten Computermodelle können den Einfluss der Bänder bei Instabilitäten und bei der operativen Versorgung ermitteln. Die Innervation ist ein weiterer Schlussstein, um die Mechanismen der Schmerzentstehung und -unterhaltung zu verstehen. Stimmen unsere Forschungsergebnisse mit der Klinik überein, lassen sich hiermit Diagnose und Therapie verbessern.

Nutzung der Navigation zur operativen Therapie von Beckenfrakturen
(Böhme, Mütze)

Navigation Die Nutzung von Navigation und 3-dimensionaler Darstellung hat eine zunehmende Bedeutung in der operativen Therapie viele medizinischer Gebiete erlangt. Die Anwendung im Zusammenhang mit Beckenfrakturen soll die Möglichkeit einer Optimierung in der operativen Therapie untersuchen.

Altersfrakturen am Beckenring
(Böhme, Höch, Boldt, Mütze)

Die Häufigkeit von Frakturen des Beckenrings nach Bagatellunfällen nimmt vor allem beim älteren Menschen stetig zu. Wir beschäftigen uns mit den diagnostischen Standards und evaluieren die Versorgungsstrategien und die hiermit erreichten Ergebnisse.

Notfallstabilisierung instabiler Beckenringfrakturen im Zusammenhang mit Thoraxtraumata beim polytraumatisierten Patienten
(Böhme, Höch)

Definitive operative Versorgung von Beckenringfrakturen bei begleitendem schweren Thoraxtrauma
Wir untersuchen den Einfluss des Versorgungszeitpunktes auf den klinischen Verlauf und das Behandlungsergebnis von Patienten mit Beckenringfrakturen in prospektiven Studien.

Trianguläre vertebropelvine Abstützung
(Böhme, Höch)

Die trianguläre vertebropelvine Abstützung ist ein Osteosyntheseverfahren zur Versorgung vertikal instabiler hinterer Beckenringfrakturen. Sie bietet die Möglichkeit der postoperativen Vollbelastung. Durch biomechanische Testungen und klinische Studien werden die Durchführung und die Versorgungstechniken optimiert.

Infektionen von Osteosynthesematerial im alten Patienten
(Böhme, Höch, Mütze, Pieroh)

Die Folgen von Infektionen bei Osteosynthesen am Beckenring können besonders für den alten Menschen schwere Folgen habe. Bisher liegt noch kein spezielles Behandlungskonzept für die zunehmend alternde Patientengruppe zur Vermeidung oder angepassten Therapie vor.

Einfluss des Antigravitationslaufbandes auf die Stand- und Gangsicherheit bei konservativ behandelten Beckenfrakturen
(Böhme, Henkelmann)

Auf Grund von einer schmerzbedingten Immobilisation bei erlittener Beckenringfraktur kommt es zur Muskeldegeneration bis hin zur Muskelatrophie. Die Rehabilitationsphase soll in dieser Studie mit der Nutzung eines Antigravitationslaufbandes unterstützt und das Patientenoutcome verbessert werden.

Bereich Wirbelsäulenchirurgie

in Bearbeitung

Bereich Endoprothetik / Gelenkersatz

in Bearbeitung

Bereich Plastische, Ästhetische und Spezielle Handchirurgie

Wound management in post-bariatric body-contouring surgery.
A prospective, randomized, double-blind study
 Studienleiter Priv.-Doz. Dr. med. habil. Philip H. Zeplin 
 Förderzeitraum 2013 - 2015
 Kooperationen Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Zentrum für Klinische Studien Leipzig

 
 Forschungsförderer IFB AdipositasErkrankungen
 Fördersumme 90.000 Euro 

Bereich arthroskopische und spezielle Gelenkchirurgie/ Sportverletzungen

in Bearbeitung

Schwerpunkt Fußchirurgie

  • Stammzelltherapie von Achillessehnenläsionen   zum Projekt
  • Versorgung von Sprunggelenk- und Syndesmosenverletzungen
 
Letzte Änderung: 16.04.2015, 11:54 Uhr
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